„Du lass dich nicht erschrecken,

in dieser Schreckenszeit.“ (aus dem Lied „Ermutigung“ von Wolf Biermann)

Es gibt gerade eine allgemeine Gratwanderung zwischen vernünftiger Vorsicht und Panik. Hier mal einige Tipps zu Ermutigungen:

http://www.salamandra.de       Luisa Francias klarer Blick auf die Welt tut gut

Sabine Kapfers tägliche Videos auf Facebook und auch auf youtube

Auf youtube das Interview mit Prof. Dr. Stefan Hockertz.

Bedrohlich empfinde ich die Hinwendung zu den Theologien, da werden Kirchenglocken geläutet, damit gemeinsam gebetet wird, es soll „Der Mond ist aufgegangen“ an offenen Fenstern gesungen werden („Du unser HERR und unser GOTT“ und Corona als Strafe), es werden alte Leute beschimpft, wenn sie an die frische Luft gehen, Kinder ebenso. Und wenn darauf hingewiesen wird, dass die mies bezahlten „Frauenberufe“ nun alles am Laufen halten, kommt garantiert einer aus seinem Loch gekrochen und sagt: „Bei der Müllabfuhr sind aber lauter Männer.“ Daneben gibt es die EsoterikerInnen, die meinen, die Natur schlüge nun zurück. Das tut sie nicht. Die Natur ist keine Person. Sie rächt sich nicht, sie straft nicht. (Schade eigentlich.) Es ist lediglich ein Virus mutiert, das ist etwas total Übliches bei Viren. Bis die Menschheit im Hochpatriarchat begreift, dass sie komplett widernatürlich lebt, dauert es wohl noch ein Weilchen. Ich verstehe nicht, wie jemand weiter Nachrichten über Kriege, Hungersnöte, Femizide, Missbrauch, Massentierhaltung, Klimawandel, Fracking, etc. etc. etc. achselzuckend hinnehmen kann, jetzt aber völlig empört den Kopf gegen die Wand schlägt, weil doch so etwas einfach nicht sein darf.

 

 

 

Corona

Menschen im Patriarchat haben, basierend auf der falschen Prämisse des „Krone der Schöpfung“ Seins (passt lustig zum Corona Virus, hm?) einen Anspruch entwickelt, ein Leben mit einem Happy End zu führen, das Happy End ist sowas wie gut verdienend und gesund, reich und schön, alternativ vielleicht noch arm und edel zu leben und wenn überhaupt mit ca. 100 Jahren so einzuschlafen, dass es gar nicht auffällt. Alles andere, Krankheit, Leid und Tod werden als Unregelmäßigkeiten, als Fehler, als Zumutung betrachtet, das Überleben der Einzelnen als oberstes Ziel. Ganz vergessen wird, dass wir Teilchen eines enorm großen Lebensreigens sind, der vom Kosmos bis zum Mikrokosmos reicht, Sterne, Pflanzen, Tiere und die kleinen Völker der Viren, Bakterien, Mikroben umfasst. Das Leben findet einen Weg.

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Die unsichtbar gemachten Frauen.

Mir fiel ein Schulbuch aus dem Jahr 1971 in die Hand „Fragen“, Kritische Texte für den Deutschunterricht der Oberstufe, und ich wollte im Inhaltsverzeichnis die Texte von Frauen markieren. Es sind 108 Texte, und der Textmarker ist noch zu.

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Macht euch sichtbar, hörbar, protestiert, agiert, fragt und denkt, tanzt und bindet euch wieder an, an das Wissen der Ahninnen. 

 

Heute bei Facebook

schrieb ein mir völlig unbekannter Mann (eine gemeinsame Freundin) einen Kommentar unter folgenden Beitrag, ein Zitat aus Gabriele Uhlmanns Artikel über die sogenannte „Busenwand“, in dem es um Sexismus in der Archäologie geht.

Das Zitat: „Die Frauen der Naturvölker tragen ihre Brüste immer noch nackt und ihr Anblick ist so selbstverständlich wie der Anblick eines Männeroberkörpers. In Matrilinearität, und damit auch Matrifokalität, leben die Männer mit ihren Schwestern zusammen. Die natürliche, chemotaktische Inzestschranke verhindert sexuelle Beziehungen zwischen ihnen. Jungen wie Mädchen werden bis ins 6. Lebensjahr gestillt und sind daher daran gewöhnt, die Brust als Quelle von Milch und Geborgenheit wahrzunehmen.““

Der Kommentar des Mannes: „ab einem gewissen Alter haben diese aufgrund ihrer Form sogar eine natürliche empfängnisverhütende Wirkung…:)“

Meine Antwort: „Du bist hier auf der Seite einer Patriarchatskritikerin und dein Kommentar ist dermaßen daneben, dass ich mir einmal (!) die Zeit für eine Antwort nehme, nicht aber für weitere Argumentationen, das können wir nachholen, wenn du dich ins Thema eingelesen hast, z.B. auf dem oben verlinkten Blog von Gabriele Uhlmann oder auch auf unserem Blog www.matrifokal.com
Du schreibst, dass Brüste ab einem gewissen Alter eine solche Form haben, dass das „befruchtende“ Männchen abgeschreckt wird (und über die schäbige Alte nicht mehr drüberrutschen möchte). Ok. Ab welchem Alter setzt du das denn an? Schon vor der Menopause? Da reicht ein Blick in jede Sauna, an jeden FKK Strand, um zu zeigen, wie schön Frauen bis ins Alter hinein sind. Außerdem muss ich dich auf die biologische Tatsache hinweisen, dass für alte Frauen die Zeit der Schwangerschaften und Geburten vorbei ist. Da aber für das Überleben der menschlichen Art (500.000 Jahre im matrifokalen Sippenverband, mit Female Choice, den Müttern im Zentrum, ohne Gewalt und sonstigen patriarchalen Errungenschaften) die Großmütter (mütterlicherseits, wir lebten matrifokal und matrilokal) extrem wichtig sind, kommt es zu einer Lebensdauer, die weit über das Gebäralter hinaus geht. Und es gibt keinerlei Grund, den Wert einer Frau an ihrer fuckability festzumachen, keinen Grund, sich über alte Frauen herablassend zu äußern. Insgesamt klingt deine Äußerung etwas nach der eines Incel, ich hoffe für dich, dass du keiner bist.“

 

Tatsache.

Text von Steffanie Müller

PATRIARCHAT („Herrschaft der Väter“) beschreibt eine Tatsache. Es begann damit, dass Männer „eigene“ Kinder für sich beanspruchten und damit auch die Sexualität der Mütter kontrollieren wollten.

Mittlerweile leben wir seit einigen Jahrtausenden mit der unnatürlichen und dysfunktionalen Gesellschaftsform Patriarchat. Menschen haben versucht, sich darin so einzurichten, dass sie möglichst gut überleben können.

Wenn jemand es in dieser feindlichen Lebensform schafft, ein guter, d.h. sorgender, liebevoller, etc. Vater, Partner, Onkel, Bruder, Cousin zu sein, ist das eine Leistung. Diese Leistung wird von uns PatriarchatskritikerInnen nicht geschmälert. Ein „toller Papa“ ist ein toller Papa. (Was für eine enorme Leistung es von Frauen ist, im Patriarchat zu überleben, Kinder zu versorgen, etc., wird übrigens selten erwähnt.)

Trotzdem gilt: Auch die gelungenste Kleinfamilie ist ein äußerst suboptimales Modell: Die Versorgungslast lastet auf maximal 2 Menschen, wo sich natürlicherweise eine ganze matrifokale Sippe befände. Die Bindung des Vaters zu den Kindern wird meist an seine Beziehung zur Mutter geknüpft, das heißt, der Paar-/Sexualbeziehung wird eine versorgende Rolle sowie die Monogamie auferlegt, auch das ein künstliches Konstrukt, das der Machtübernahme und -erhaltung der Väter dient(e).

Weiterhin gilt trotzdem: Kein noch so nicht-patriarchaler Mann kann wirklich nachvollziehen, wie es ist, in dieser Welt in dieser Zeit als Frau aufzuwachsen. Es ist eine komplett andere Lebenserfahrung, Sozialisierung, es sind komplett andere Bedingungen und Voraussetzungen, immer noch, trotz aller „Gleichberechtigung“. Und jeder noch so freundliche, sorgende, nicht-patriarchale Mann ist unendlich privilegiert gegenüber Frauen.

Wir leben nun einmal leider seit einigen Jahrtausenden im Patriarchat, es gibt keine matrifokalen Sippen mehr, die ursprünglich leben, wir können auch keine aus dem Hut ziehen. Wir müssen von diesem Punkt aus weitermachen, dürfen uns weder in rosarote Sehnsucht nach idyllischen Frauendörfern verrennen, die dann schon irgendwie „matrifokal“ funktionieren würden, noch uns fürs Patriarchat weiter verbiegen. Mit dem Aufnehmen (lesen, hören, schauen, zuhören, fragen…..) der Informationen wie aus dem u.g. Vortrag von Gabriele Uhlmann, dem Durchdenken, Sackenlassen, dem Akzeptieren des Schmerzes, den das auslöst, ist schon ganz viel getan.

Alles, was im Patriarchat funktioniert, angenehm und schön ist, ist TROTZ, niemals auf Grund des Patriarchates mit viel Glück gelungen.

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von Anke Rammé Firlefanz

Kritisch und humorlos.

Text von Steffanie Müller

Ich habe gerade Luisa Francias Blog gelesen (salamandra.de – dann zu Tagebuch, Beitrag vom 01.08.) und bin wieder einmal sehr einverstanden. Sie benennt, erkennt, beobachtet völlig unbestechlich und unabhängig und zieht logische Schlüsse. Wenn wir das tun, kommen unsere Mitmenschen immer wieder an den Punkt, uns als humorlos, zickig, überkritisch zu bezeichnen. Wir „dürfen“ bis zu einem bestimmten Punkt Kritik üben, aber wir sollen sie halt nur üben, nicht wirklich umsetzen. „Du kannst doch nicht alles Schlimme aufs Patriarchat zurückführen!“,  kommt dann der entsetzte Ruf. Doch, kann ich, kann jede, es ist gar nicht schwierig, es tut weh, natürlich tut es weh. Genau wie Luisa schreibt: Die Rettungsversuche sind nur Augenwischerei, da sie nicht an die Wurzeln gehen. Dass wir trotzdem lachen, gerne leben, sinnlich leben, großartige Erlebnisse haben, Ahnbindung erfahren, uns im Kosmos geborgen fühlen, entgeht denen, die gerne im Patriarchat und dem „Das war doch immer so“ – Irrtum verharren wollen.

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Und wir sind wirklich nicht die einzigen, auf die es ankommt.

Freiwillig.

Hier mal was zu den immer wiederkehrenden Argumenten der Freiwilligkeit und des „Ich tu das nur für mich“:

Wir dürfen nie vergessen, dass wir alle vom Patriarchat schwer beschädigt sind – seit es existiert, baut sich das auf – und einer mehr oder minder schweren Gehirnwäsche und deren mehr oder weniger gefährlichen Folgen unterliegen. Wenn ich behaupte, ich zupfe mir „nur für mich“ die Augenbrauen, ist das nicht weiter gefährlich. Richtig ist es allerdings auch nicht. Das tu ich, weil ich ein Schönheitsideal, das patriarchatsentsprungen ist, für meines halte. Es gibt keinen logischen Grund, warum Körperhaare ausgerissen werden sollten. Wenn ich ein Kopftuch trage, weil ich den Glauben an einen Gott akzeptiere, der böse wird, wenn Frauen ohne Kopftuch herumlaufen, trage ich es nicht freiwillig. Auch nicht, wenn mein soziales Umfeld mich ausgrenzt, wenn ich irgendeine Regel nicht befolge. Wenn ich am Badestrand nicht oben ohne liege, weil dickhosige Pseudobürgerwehrtypen patroullieren (wie jetzt in München an der Isar geschehen), ist keinerlei Freiwilligkeit da. Wenn ich meine, bei 50 shades of Grey oder der sogenannten Sexarbeit (die weder Sex noch Arbeit ist) ginge es um lustvolle Selbstbestimmung, sitze ich einem Irrtum auf: Die Lust an sexueller Gewalt ist genauso natürlich wie die von Frauen praktizierte Genitalverstümmelung an Mädchen. 

(Text von Steffanie Müller)

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Blick in die Gärten

Im „Unkraut“ ist diese ganze patriarchale Überheblichkeit enthalten, die sich auch noch bei vielen angeblich „umweltfreundlichen“ Menschen findet. Diese Überheblichkeit, die meint, das RECHT zu haben, zu bestimmen, was wächst, was vernichtet wird, was lebt und was stirbt – kein Miteinander und in Verbundenheit Leben sondern das sich untertan Machen. „Argumente“ dazu fangen gerne an mit „Ja, aber“, gehen weiter mit „das geht doch nicht“ und werden gerne ausgelebt mit lauten, stinkenden Maschinen.

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Dabei wächst alles so wie es soll. 

lieben lenkt vom leben ab

Ausruf von Sabine Kapfer

„Ich kann dieses ganze patriarchale Getönse zum Thema Liebe nicht mehr hören. Tatsache ist, auf Erden ist leben möglich. Es ist dies der einzige Planet im Universum, der Menschenleben möglich macht. Für mich als Mutterland-Frau gilt es wieder zu lernen, wie leben auf Erden lebt, dazu brauche ich keine Liebe sondern Verbundenheit. Auch brauche ich unter anderem wieder das Wissen der Lebenskreisläufe. Dieses Wissen wirkt sich auf mein Tun und Nicht-Tun im Alltag aus. Mutter Erde lehrt mich zu leben und das ist der Sinn auf dem Lebensplanet Erde. Auf dass die Erde noch lange ein Ort zum Leben bleibt!“

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Sprache

Sprache, die ganz große Falle

Sprache wie wir sie kennen und benutzen, hat sich im Patriarchat gebildet und geformt. Daher sind die bequemen und gängigen Formulierungen meistens aufs Patriarchat bezogen und tragen die männliche Form. Deshalb zu sagen, es sei „unbequem“, nun auch die weibliche Form zu verwenden, ist kein Argument. Genauso wäre es dem Patriarchat genehmer gewesen ohne Frauenwahlrecht und mit Weiterbestehen der Straffreiheit von Vergewaltigung in der Ehe. Es gab nicht die Möglichkeit, über Jahrtausende praktische und prägnante speziell weibliche oder auch nur gleichrangige Begriffe zu etablieren. Und nun, im mittlerweile 21. Jahrhundert, wird sich immer noch echauffiert, wenn eine Frau (Marlies Krämer hatte geklagt) verlangt, von ihrer Bank als Kundin und nicht als Kunde angesprochen zu werden und gerichtlich festgelegt, vom Bundesgerichtshof, die Bank mit der Formulierung Kunde sei im Recht . Es ist unfassbar. An dieser Stelle kommt oft das Argument, man solle sich doch nicht mit solchen Kinkerlitzchen befassen es gäbe viel schlimmere Dinge auf der Welt. Erstens ist das sich Befassen mit diesen Missständen kein Indikator dafür, dass dies die einzigen Aufreger sind, mit denen eine sich befasst, und weiter folgen aus diesen kleinen Dingen auch die großen. Wenn ich Frauen mit den ewigen männlichen Formulierungen die Sichtbarkeit noch mehr und weiterhin nehme, werden alle Belange von Frauen unsichtbarer. Neulich bekam ich wieder eine Infomail einer Gleichstellungsbeauftragten, in der die Fußnote stand, dass aus Lesbarkeitsgründen die weibliche Form in der männlichen enthalten sei. Das zeigt, wie angepasst und absurd diese ganze Gleichstellungssache ist (unter „Videos“ erklärt Sabine Kapfer das auch sehr gut). Die Negierung der Frau und vor allem der Mütter zieht sich durch das komplette Sprachbild. Teilweise wird Weiblichkeit versächlicht, wie bei „das Mädchen“, teilweise als Schimpfwort benutzt (angefangen bei „Oma“ oder „Tante“ – s. dazu den Artikel „Hag and Crone“ in der Rubrik „Texte“) bis hin zu „Fotze“, „Pussy“ usw. Diese Dinge richtig zu stellen, kann auch bedeuten, der Grammatik nicht mehr die überragende Stellung einzuräumen, die sie bisher hatte, und einen Satz, der mit „Das Mädchen“ begann,  mit dem Pronomen „sie“ weiterzuführen. Und es erfordert die Konsequenz und (sehr geringe, ich übe das seit langem so und kann mich nicht über große Anstrengung oder vergeudete Lebenszeit beklagen) Mühe, die weibliche Form zu benutzen – entweder mit oder ohne Binnen-i. Auch ist es an der Zeit, verniedlichende Formulierungen wie „Beziehungstat“, „misslungener Flirt“, „Übergriff“,, „Missbrauch“ durch klarere Worte zu ersetzen, Worte wie „Mord“, „Körperverletzung“, „Folter“, „Grausamkeit“, „Verbrechen“. In der gesamten Biologie gibt es auch viel Verbesserungsbedarf, alleine was den Begriff „Samen“ angeht – Spermien sind keine Samen, eher eine Art Pollen. 

Regelungen, die der Verbesserung dienen sollen, sind leider oft einfaches Verschlimmbessern, wie z.B. in den Stellenanzeigen, wo immerhin in den letzten Jahren manchmal „ein/e Techniker/in“ gesucht wurde, ist es nun wieder ein „Techniker (m/w/d)“, wobei das Bild im Kopf, das sich beim Lesen einstellt, eindeutig männlich ist. 

(Text von Steffanie Müller)