Mit „Gott“ kann man nicht diskutieren.
Es teilen viele Menschen, die für Frieden sind, gerade wieder Texte von Drewermann, in denen er den Wunsch nach und das sich Einsetzen für Frieden mit dem Christentum in Verbindung bringt.
Gleichzeitig wird zur Toleranz gegenüber anderen Religionen aufgerufen, Toleranz bis hin zur Anbiederung und Selbstaufgabe.
Wir wissen, dass die Menschheit friedlich und naturgemäß lebte, solange sie in ihrer bio-logischen Lebensform, dem Matrifokal, lebte. Irgendwann geschah etwas, das so treffend ein Fehler in der Evolution, ein falsch Abbiegen genannt wird. Seitdem gibt es mit Gewalt verteidigtes vermeintliches Eigentum (Land, Tiere, Frauen, Kinder) und die Regeln werden mittels eines Angstapparates aus Machtkalkül erfunden und durchgesetzt. Darin besonders groß sind die Religionen.
Wenn wir es logisch betrachten, ist es ganz klar so:
Der Glaube an einen Gott, der allmächtig, allwissend und patriarchal ist (Religionen mit mehreren Göttern sind nicht besser), der Glaube, dass das Nichtbefolgen der Regeln in Verdammnis führt, der kann nicht tolerant sein. Wenn ich glaube, dass ein Gott meine Nächsten verdammen wird, weil sie sich nicht an „seine“ Regeln halten, kann ich nicht freundschaftlich mit ihnen verbunden sein: Entweder missioniere oder verdränge ich sie, weil ich sie für minderwertig halte und dieser Gott es befohlen hat.
Die Ansätze der religiösen Toleranz zeigen immer eine Schwäche der eigenen Religion, da glaubt man halt nur noch ein bißchen oder aus Tradition. (Ich habe vor langer Zeit schon mal formuliert: Niemand ist wegen seiner Religion ein guter Mensch, höchstens trotzdem.)
An sich ist das Schwächerwerden eines solch zentralen Standbeins des Patriarchts eine gute Sache. Aber! Nur wenn statt der durch Angst vor der göttlichen Strafe aufrechterhaltenen „Moral“ eine starke, unabhängige innere Instanz besteht, die aus sich heraus tun will, was recht ist.
Wenn diese innere Instanz nicht vorhanden ist, erfolgt eine Übernahme durch ein mächtigeres System, sei es religiös oder „nur“ politisch oder auch durch neuere Kulte. Damit zeigt sich auch, dass die Motivation „gut“ zu sein, die durch Religionen egal welcher Art hervorgerufen wird, lediglich und vollständig extrinsisch ist.
Der Punkt in der Menschheitsgeschichte, an dem die intrinsische Motivation gut (d.h. arterhaltend, ohne Hierarchie, ohne Angstapparat, ohne Gewalt, mit sinnvollem Tun, Genuß und Spiel) zu sein, verkümmerte, scheint mir der Zeitpunkt zu sein, an dem falsch abgebogen wurde. DAS ist der Fehler in der Evolution.

Bild und Text Steffanie Müller




