Mittel und Wege

Text von Steffanie Müller

Wir können Probleme, die aus dem Patriarchat entstehen, nicht mit patriarchalen Methoden lösen. Das sehen wir gerade wieder an der Corona Geschichte. Hier spalten sich die Leute in zwei extreme Lager. Die einen fühlen sich als HeldInnen, wenn sie alle Maßnahmen propagieren und befolgen, egal wie unverhältnismäßig diese sind, das Denunziantentum lebt auf. Die anderen fühlen sich als MärtyrerInnen (hier werden oft Vergleiche mit den Geschwistern Scholl gebracht), wenn sie ein Bußgeld riskieren oder ein Posting irgendwo absetzen. Das eine ist natürlich so hanebüchen wie das andere.

Auch in der Sprache finden wir hilfloses patriarchales Umsichschlagen. die weibliche Form bei Berufsbezeichnungen ist fast ganz verschwunden, die Widerstandspartei, die sich gegründet hat, formuliert alles männlich, die Menschen verlangen Politikerinnen (natürlich verlangen sie „Politiker“) mit „Eiern in der Hose“. Leider sind es auch sehr oft Frauen, die dieses unsägliche Bild bedienen, das aus so vielen Gründen kontraproduktiv ist:

Eier soll Männlichkeit implizieren. Männlichkeit soll Härte, Durchsetzungskraft, Macht, Imponiergehabe sein, Macht soll mit den vorhandenen Mitteln ausgeübt werden und zwar im Ermessen der Eier-Wünschenden, oft findet sich die Kombination „Protest gegen Maßnahmen/Empörung über Protest gegen Maßnahmen plus Hass auf die Fridays for Future Bewegung, VeganerInnen, junge Menschen im Allgemeinen (neu auch: auf Seniorinnen die das Haus verlassen) und Sympathie für die Afd“.

So kommen wir natürlich keinen Schritt weiter, völlig egal, ob es neue Viren gibt oder nicht, das ist einfach der alte Sumpf, in den das Patriarchat seit 6.500 Jahren immer weiter hineinsteigt.

Zu den Eiern: Männer haben keine Eier, Männer haben Hoden. Diese haben mit Charakter nichts zu tun. Es sind auch keine Eier drin, bestenfalls eine Art Pollen. Frauen hingegen haben unglaublich viele Eier. Die haben mit Leben, Geburt, Mutterkraft zu tun und nicht mit hierarchischem Gehabe.

Es hilft nichts: Wir müssen uns rückbesinnen, aHnbinden,uns informieren über das naturgemäße, in uns verankerte Sozialverhalten der Matrifokalität und uns der enormen Aufgabe hingeben, Schritt für Schritt wieder in diese Richtung zu gehen. Sonst hilft auch keine „Entschleunigung im Lockdown“ was, weil die Mittel und die zu erwartenden Folgen im „Danach“ wieder genauso toxisch sein würden wie zuvor.

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Spirale von Sieglinde Maul

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