Im Internet taucht in der letzten Zeit ab und zu der Begriff „Patriarchatskritikforschung“ auf. Das ist nicht das, womit wir uns beschäftigen. Wir ÜBEN reichlich Patriarchatskritik, erforschen sie aber nicht. Wenn wir den Begriff Forschung überhaupt verwenden wollen, dann in der Matrifokalitätsforschung, wobei wir da auf die fundierten und ausgiebigen Werke in der Literaturliste dieser Seite verweisen. Wir sind vier Frauen, die dabei sind, in unserer patriarchalen Gesellschaft, in der wir alle aufgewachsen und sozialisiert worden sind, Möglichkeiten, Lebens-, Arbeits- und Gemeinschaftsweisen zu finden, zu gestalten, die sich immer mehr dem matrifokalen Denken annähern. Aufgrund dessen, was Ute Schiran so treffend „die Beschneidung“ nannte, dem Abgetrenntsein von der natürlichen A(h)nbindung, ist dies von Sprache bis Familie, von Sexualität bis Arbeit, von Kultur bis Politik eine schwierige und langwierige Aufgabe. In Geschichte und Biologie finden wir die Fäden wieder, die abgeschnitten wurden und können uns auch mit unser Körperinerinnerung wieder all-mählich dort einweben. Wenn wir hier und da (und noch viel zu wenig) den Sprachgebrauch ändern, liegt es daran, dass wir dem Diktat der patriarchalen Sprache widersprechen – so wird aus dem Körper die Körperin und aus dem Mond die Mondin (was mir beim Scrabble schon interessante Diskussionen eingebracht hat), finden sich die Ahninnen in der Ahnbindung. Sprache ist generell etwas sich Wandelndes, warum sollen wir nicht diese Wandlung in gutem Sinne beeinflussen, so dass sie zur W(h)andlung wird.

Text von Steffanie Müller

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die abnehmende Mondin

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