Übrigens

Das Patriarchat hat nicht nur für Ungleichberechtigung gesorgt. Es ist seit dem ersten Gedanken, Land, Tiere und Menschen besitzen, dominieren, sie sich untertan machen zu wollen, in alle Lebensbereiche hineingewachsen und hat neue Bereiche und Lebensweisen nach seinem Bilde geschaffen. Es ist kaum etwas in unserer Lebenswelt geblieben, das noch ist ist wie in der „Zeit vor der Beschneidung“ (Ute Schiran). In den Fällen, in denen die Symptome Theologien und politische Systeme sind, ist relativ leicht erkennbar, wie weit wir dort von der artgerechten Form des menschlichen Lebens entfernt sind. Wo Gewalt herrscht, kann das Patriarchat rasch entlarvt werden. Dass es aber Kunst, Wissenschaft, Philosophie, Sprachen, Musik, Literatur und auch die gegenwärtige Film-, Fernseh- und Spielekultur durchzieht, ist ein Schritt bitterer Erkenntnis, der Entschlossenheit verlangt und Konsequenzen hat, die sich zum Glück (auch wenn es anstrengend ist) ebenfalls auf alle Lebensbereiche erstrecken.

Text von Steffanie Müller

Mutterbuchstabe M, Gebärhaltung (Arbeit von Sieglinde Maul)

 

 

 

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